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Ölweide: welche Unterlage (2.)

Thomas Hoffmann (2004-05-18 22:37:57)

Hallo, ich hatte folgende Anfrage schonmal reingestellt, aber damals hat
die Dateibenennung im Link Probleme gemacht, worauf mit
freundlicherweise Michael W. und Bernhard A. hingewiesen haben.
Leider habe ich immer noch keine Antwort bekommen. Inzwischen sollte der
Link auch im IE hinhauen:

Wir hatten uns vor paar jahren mal eine Ölweide (ELEAGNUS) gekauft, die
mit den Gelb-Grünen Blättern.
Letzten Sommer ist die vertrocknet, dafür hat es aus dem Sämling kräftig
nachgetrieben. Der neue Busch sieht völlig anders aus, die Blüten duften
herrlich, und ich wüsste gerne was das und wie groß das Ding wird.
Hab mal 2 Fotos auf
http://www.praxis-roth-hoffmann.de/ow.htm
eingestellt.
Kann mir da jemand helfen? Vielen Dank! TH
--
Thomas Hoffmann

Gartener (2004-05-19 14:14:42)


"Bernhard Albert" (2004-05-19 14:14:42)

Hallo Thomas,

> Hallo, ich hatte folgende Anfrage schonmal reingestellt, aber damals
> hat die Dateibenennung im Link Probleme gemacht, worauf mit
> freundlicherweise Michael W. und Bernhard A. hingewiesen haben.

Da war ich wohl mal etwas zu knurrig - es geschieht nicht selten, dass
man in den News auf eine Frage reagiert und darauf hinweist, dass man
eine Bild nicht öffnen kann oder zusätzliche Informationen zur
Beantwortung benötigt und dann nichts mehr vom Autor der Frage
zurückkommt.

> Hab mal 2 Fotos auf
> http://www.praxis-roth-hoffmann.de/ow.htm
> eingestellt.
> Kann mir da jemand helfen? Vielen Dank! TH

Klar - jetzt schon!

Ich würde vermuten, dass die gelb-weiße Form auf einen Unterlage
gesetzt wurde, die nicht zur Bildung von Ausläufern neigt - was viele
Ölweiden tun und von der Wurzel her wenig empfindlich ist. Die
folgenden Arten bilden keine Ausläufer und kämen als Unterlage in
Frage - ich gehe aber schon wegen der Blüte davon aus, dass es die
erste Art ist. Ölweiden sind insgesamt für ihre stark duftenden Blüten
bekannt. Die Früchte sind eßbar und je nach Sorte eher für die
Verwertung oder eher für den Frischverzehr geeignet - allerdings
schmecken nicht alle wirklich gut. Besonders empfehlenswert für den
Verzehr sind vor allem Auslesen von Elaeagnus multiflora.

Elaeagnus multiflora - ein 1-3 Meter hoher Strauch aus Japan und China.
Der ist dornenlos. Die Blätter sind oben dunkelgrün und unten silbrig -
wenn sie voll entfaltet sind. Und haben Blüten wie sie von Dir im Photo
festgehalten sind, die zudem stark duften. Die Blätter sind aber nicht
ganz so länglich - es mag aber verschiedene Sorten geben, da die Art
schon lange gezüchtet und auch als Obstsorte weiterentwickelt wird.
Eine Abbildung findest Du hier:
http://www.ffpri-kys.affrc.go.jp/tatuta/jumoku/tre221fl.jpg

Elaeagnus angustifolia - ein 5-8 Meter hoher Strauch (es gibt auch
schwachwüchsigere Sorten), der ebenfalls keine Ausläufer bildet,
schmalere Blätter hat, als die vorgenannte Art und in vielen
unterschiedlichen Varianten vorkommt. Die Blütenfarbe z.B. reicht von
cremeweiß über gelblich bis gelborange - die Blüten sind je nach Sorte
unterschiedlich langezogen und duften stark. Dem kann auch der
schlechteste Boden kaum etwas anhaben. Hier mal ein Bild von der Blüte:
http://www.botany.hawaii.edu/faculty/carr/images/ela ang 4512.jpg

Elaeagnus pungens - vermutlich der Strauch, den Du in buntblättriger
Form im Garten hattest. Da gibt es nämlich auch eine nicht buntlaubige
Ausgangssorte. Allerdings sind sowohl die Blüten anders
http://www.asahi-net.or.jp/~ir5o-kjmt/kigijpg/guminwxn.jpg oder auch
http://www.uark.edu/campus-resources/cotinus/plants1 html/elpu1.jpg -
als auch die Blätter rundlicher. Aber auch hier könnte es Varianten
geben. Auch Elaeagnus pungens stammt aus Japan. Es kommt vor, dass die
buntblättrige Form in die grüne Form zurückschlägt - allerdings
spricht, wie schon geschrieben, die Form der Blüte dagegen, dass Dein
Strauch zurückgeschlagen ist.

Es spricht viel dafür, dass Deine buntlaubige und vermutlich immergrüne
Sorte von Elaeagnus pungens auf Elaegnus multiflora veredelt wurde.
Elaeagnus pungens reagiert schon in der grünen Form sehr empfindlich
auf allerlei Umwelteinflüsse, wie Wind, Wintersonne, Nässe,
Trockenheit, ... Er ist anders als Elaeagnus multiflora auch nicht
sicher frosthart und reagiert sowohl negativ auf Staunässe, als auch
auf trockene Böden. Da haben sicher schon die Japaner mit geeigneten
Unterlagen experimentiert.

Gruß
Bernhard
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