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die Rache der Wespen - erster Stich nach 35 Jahren

"Marc Waesche" (2004-08-04 04:43:26)

Hallo Leute!

Ich hatte vor ca. zwei Wochen schon einmal in dieser Newsgroup gepostet,
weil ich wissen wollte wie man ein (Erdloch-)Wespennest im Garten loswerden
kann. Nach vielen Antwort-Postings hatte ich mich entschieden, das Nest mit
einem Spray zu vernichten. Ich hätte das Nest zwar lieber in die Wald
umgesiedelt (so wie ich es mit einer Ratte schon mal gemacht hatte), aber
diese Macht hat man wohl nicht über ein Wespenvolk. Nun denn, vorgestern
wagte ich mich des Nachts, vermummt in Form von über die Hosenbeine gezogene
Socken und Anorak, sowie bewaffnet mit Taschenlampe und Spraydose an das
Wespenloch. Erster Eindruck: Klasse, keiner am Start! Keine Wespe in
Sichtweite. Ich sprühte dann los und binnen einer Sekunde waren plötzlich
ca. 20 Wespen sichtbar, die offenbar unmittelbar unterhalb des Eingangs in
einem Seitengang Wache schoben. Glücklicherweise konnten die mich nicht
angreifen, da sie durch das Insektenspray (das man mir in einem
Raiffeisengeschäft empfohlen hatte) natürlich sofort nasse Flügel hatten.
Nach 15 Sekunden ging ich dann wieder ins Haus (nein, ich "sprintete"
ehrlich gesagt). Am nächsten Tag stellte ich per Fernglas fest, daß das Nest
noch genauso frequentiert war wie vor meiner Aktion. Ein Kumpel, dem ich das
am Telefon erzählte, flachte noch rum und sagte, daß ich jetzt bei den
Wespen für alle Zeiten durch sei. Prompt stach mich zwei Stunden später und
zwei Kilometer entfernt in einem Supermarkt eine Wespe in den Oberarm. Und
zwar in den rechten. In den, der auch einen Tag zuvor die Sprühdose hielt ;)
Ich hatte sie nicht gesehen. Ich lies nur die - und jetzt kommt´s -
Deo-"Spraydose" - fallen, die ich gerade gegriffen hatte, weil es plötzlich
an meinem Oberarm sehr schmerzte. Ich zog dann den Ärmel meines kurzärmligen
Hemdes hoch und sah sie davon fliegen. Eine alte Frau sah wie ich hektisch
an meinem Arm rumfummelte und fragte "Na, is´er noch drin?" "Wer?"
antwortete ich. "Na, der Stachel. Wespen mögen Sie wohl nicht." Meine
Antwort: "Bis gestern gab es keine Probleme. Das hier ist mein erster
Stich." Heftig, oder?

Viele Grüße,
Marc

P.S.: Da meine Mutter hochallergisch auf Wespengift reagiert, konnte ich
natürlich nicht ausschliessen, daß ich diese Eigenschaft auch habe. Es
entwickelte sich dann im Laufe einer Stunde nach dem Stich zwar ein roter
kreisförmiger Fleck (ca. 7 cm im Durchmesser), aber das war´s
glücklicherweise. Im Internet habe ich aber gelesen, daß sich eine Allergie
gegen Wespenstiche eh nicht beim ersten Stich zeigt, da der "Fahrplan", den
das menschliche Immunsystem gegen Wespengift abfährt, erst mit dem ersten
Stich geschrieben wird. Heißt: Ein allergischer Effekt würde sowieso erst
beim zweiten Stich auftreten. Weiß jemand mehr darüber? Stimmt das
überhaupt? Man liest viel, speziell im medizinischen Bereich.

Gartener (2004-08-04 08:17:08)


Lutz Bojasch (2004-08-04 08:17:08)

Marc Waesche schrieb:

snip

LOL
Tolle Geschichte, die w

"Marc Waesche" (2004-08-04 08:33:31)

<<LOL
Tolle Geschichte, die wäre "Öl ins Feuer" von
Verschwörungstheroretikern oder Esoterik-Fans.
:-D Gruß Lutz
>>

Jupp! Ist mir klar. Aber so war es natürlich nicht gemeint. Ich bin selbst
jemand, der über Verschwörungstheorien lächelt. Hierbei handelte es sich
eben um ein paar Zufälle. Aber halt ein paar sehr ausgefallene Zufälle.

Obwohl......wer weiß das schon so genau.....
Gruß Marc ;)

Kathinka Wenz (2004-08-04 08:48:40)

"Marc Waesche" wrote:

> Eine alte Frau sah wie ich hektisch
> an meinem Arm rumfummelte und fragte "Na, is´er noch drin?" "Wer?"
> antwortete ich. "Na, der Stachel. Wespen mögen Sie wohl nicht."

Da hatte die gute Frau aber keine Ahnung von Wespen...

Aber nette Geschichte, dank dir dafür. :-)

Gruß, Kathinka
--
Engelstrompeten --> http://www.rrr.de/~kathinka/garten/get.htm

Hannes Birnbacher (2004-08-04 08:58:29)

Antwort an Marc Waesche auf die Nachricht von Wed, 4 Aug 2004
04:43:26 +0200

>
> P.S.: Da meine Mutter hochallergisch auf Wespengift reagiert,
> konnte ich natürlich nicht ausschliessen, daß ich diese
> Eigenschaft auch habe.

Hab jetzt nicht das Ausgangsposting auswendig im Gedächnis, aber
ist es nicht praktikabel, um das Erdbienen (-wespen werdens wohl
nicht sein) Nest einfach einen Bogen zu machen? Nächstes Jahr
kommen die nicht wieder.
Jedenfalls besser, als wenn Du Dich regelmäßig in die Schlacht
begibst und wirklich durch Sensibilisierung eine Allergie
entwickelst.

Das scheint mir schlauer, als jetzt mit pyromanischen ;-) Methoden
weiterzumachen oder alle Gifte durchzuprobieren - "hilft nicht
mehr der Spray vom Keller, war die Wespe wieder schneller";-).

Konrad Wilhelm (2004-08-04 09:04:51)

On Wed, 4 Aug 2004 04:43:26 +0200, "Marc Waesche"
wrote:

>Ich zog dann den Ärmel meines kurzärmligen
>Hemdes hoch und sah sie davon fliegen.

Das ist eine der Situationen, wo Wespen stechen: W. krabbelt in die
Kleidung und wird dann gedrückt, behindert.
Die anderen Situationen: Man tritt, setzt sich, legt sich auf die
Wespe; die Wespe kommt in eine Hautfalte und wird dort gequetscht (z.
B. Kniekehle und man geht in die Knie.

Und natürlich: man kommt dem Nest zu nahe, dann kann es schon auch mal
mehrere Stiche aufs mal setzen.

Ich möchte fast behaupten: sonst stechen Wespen nie, auch nicht wenn
man nach ihnen in der Luft schlägt oder so.

Bei deinem Killerversuch hast du dein Spray wohl nicht tief genug und
nicht genügend viel ins Nest geblasen.

Ich habe schon 2 Nester so entvölkert. Ein Erdnest ca 2 m von unserem
Eingang (da hab ich einen Plastikschlauch auf die Spraydose gesetzt)
und eins im Rollokasten (3 mm Loch gebohrt und per Plastikröhrchen
reingesprayt. Muss ich leider tun, da meine Frau eine Wespenallergie
hat. Hab sie schon 2 mal ins Krankenhaus in die Notambilanz gefahren.
(Glücklicherweise kommt zu der Allergie nicht noch eine Wespenpanik
dazu, sie begegnet den Tieren ruhig aber mit erhöhtem Respekt).

k.
--
Konrad Wilhelm
Südstr. 3, D48329 Havixbeck

Michael Jung (2004-08-04 09:26:23)

Hallo Marc,

ich hatte auch mal ein Wespennest im Boden eines Blumenbeets in einem
verlassenen Mäuseloch. Zuerst habe ich das toleriert, aber die
Haupteinflugschneise kreuzte sich mit einem Gartenweg, also war der
Konflikt vorprogrammiert und nach dem ersten Stich gabs Krieg (grrr).
Die Aktion startete abends, im letzten Licht. Erforderlich waren ein
Spaten und mehrere Gießkannen mit Wasser + Spülmittel. Zuerst habe ich
das Nest über den Eingang geflutet. Das Wasser mit dem Spülmittel
benetzt alles und macht die Tiere sofort flugunfähig. Dann habe ich die
Stelle einen Spatenstich tief umgegraben, vor allem den Eingangsbereich,
danach die ganze Pampe ordentlich festgetreten. Ich habe nie wieder eine
Wespe dort gesehen.

Mike

PS.: Sowas mache ich nicht mit jedem Wespennest, sondern nur, wenns
wirklich nicht anders geht.

Biene70@Biene70.de (Birgit Scholz) (2004-08-04 00:29:37)

Hallo Marc!


> Ich hatte sie nicht gesehen. Ich lies nur die - und jetzt kommt´s -
> Deo-"Spraydose" - fallen, die ich gerade gegriffen hatte, weil es plötzlich
> an meinem Oberarm sehr schmerzte.
>
Du solltest zukünfig Deoroller verwenden ;-)

Weiß jemand mehr darüber? Stimmt das
> überhaupt? Man liest viel, speziell im medizinischen Bereich.

Es stimmt. Eine Allergie würde sich erst beim zweiten Stich bemerkbar
machen. Beim ersten Stich entwickelt dein Körper Allergene, um das
Gift zu bekämpfen. Wenn Bienen- oder Wespenstiche unangenehme Folgen
haben ist die Ursache eine Allergie, d.h. eine UEBERSCHIESSENDE
Produktion von IgE-Antikörpern gegen das Insektengift. Anders als bei
den Atemwegsallergien gelangt hier das Allergen allerdings direkt in
die Blutbahn und wird dadurch rasch im ganzen Körper verteilt.
Reaktionen können daher an verschiedenen Organen, selbst in weiter
Entfernung vom ursprünglichen Stich auftreten.


Gruß
Birgit