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Rasen vertikutieren, wie richtig?

"Heiko Blank" (2006-04-02 16:57:25)

Hallo,
ich möchte dieses Jahr meinen Rasen
ca.100 qm, vertikutieren.
Momentan wächst er schon und ich werd frühestens Ende
nächster Woche dazu kommen.
Werd wohl einen Elektro-Vertikutierer im Baumarkt
ausleihen. Rasendünger hab ich schon letzte Woche
drauf geschmissen.

Wie macht man es denn jetzt richtig?
Ich muß ihn dann wohl erstmal mähen, oder?
Und dann sofort anschließend vertikutieren?
Welche Einstellung (Tiefe) nimmt man da?
Wie langsam fährt man denn drüber und wie oft,
nur einmal oder zweimal?
Momentan regnet es ja fast jeden Tag etwas,
wann ist der Rasen so weit abgetrocknet, dass
man es machen kann? Was passiert wenns doch
noch zu feucht war?
Der Rasen wurde so gut wie noch nie vertikutiert.
Wenn dann alle paar Jahre mal mit nem Rasenlüfter
ein bisschen bearbeitet. De Boden ist aber ziemlich
verdichtet. Bei starkem Regen wirds an manchen
Stellen fast sumpfig.
Es ist eher eine schattige Lage, nur vormittags ein paar
Stunden Sonne. Nachteilig ist auch, dass er auf einer
aufgeschütteten Tiefgarage wächst.
Und wohl auch nicht die beste Erde verwendet wurde.
Moos bekämpfe ich mit recht gutem Erfolg
durch Eisendünger (ca. 2x /Jahr).

Gartener (2006-04-02 20:21:00)


"Heiko Blank" (2006-04-02 20:21:00)

"Günter Hackel" schrieb
>> ...Rasendünger hab ich schon letzte Woche
>> drauf geschmissen.
>
> Genial! Den kratzt Du dann beim vertikutieren wieder raus und wirfst ihn
> zusammen mit dem Moos und Filz auf den Kompost - ist das sinnvoll?

Ist nicht so schlimm, erstens sind die Körnchen durch den Regen längst
zerfallen und sicher schon ins Erdreich gewandert.
Und zweitens war der gekörnte Dünger von Aldi und daher nicht sooo
teuer ;-)

>> Moos bekämpfe ich mit recht gutem Erfolg
>> durch Eisendünger (ca. 2x /Jahr).
>
> Dein Rasen ist inzwischen wahrscheinlich magnetisch, sicher aber
> überdüngt. Hast Du schon mal eine Bodenprobe untersuchen lassen!?

Naja, das mit dem Eisendünger hab ich bisher erst seit 2 Jahren
nach Anleitung gemacht.
Ausser, dass der Rasen sehr schön grün aussieht, hab ich noch nix negatives
dadurch bemerkt.
Bodenprobe bisher nicht, nein.

Und mit dem Vertikutierer wirklich über Kreuz rüber, also ingesamt an jeder
Stelle 2x ? Da bleibt bestimmt nicht mehr viel Rasen im Boden drin?
Muss man dann hinterher wieder Gras nachsähen?

"Dieter Göbel" (2006-04-02 20:48:32)

Heiko Blank wrote:
> "Günter Hackel" schrieb

> Und mit dem Vertikutierer wirklich über Kreuz rüber, also ingesamt an
> jeder Stelle 2x ? Da bleibt bestimmt nicht mehr viel Rasen im Boden
> drin?

Hallo Heiko,

wenn du es etwa Mitte Mai(Trockenheit ist sehr wichtig!) machst, bleibt
schon genug Rasen über;-)

> Muss man dann hinterher wieder Gras nachsähen?

Je nachdem an einigen Stellen, wächst dann aber schnell(bei genügend Wasser
natürlich)
Ich habe auch vorige Woche gedüngt und kümmere mich erst dann um den Rasen,
wenn er hoch genug zum Schneiden ist.

Viele Grüße
Dieter

T0M Wess (2006-04-17 18:34:03)

>> Werd wohl einen Elektro-Vertikutierer im Baumarkt
>> ausleihen. Rasendünger hab ich schon letzte Woche
>> drauf geschmissen.
>
> Genial! Den kratzt Du dann beim vertikutieren wieder raus und wirfst ihn
> zusammen mit dem Moos und Filz auf den Kompost - ist das sinnvoll?


Ja. Weil er mit Sicherheit Stickstoffdünger verwendet hat ;-)

Gruß
Tom

T0M Wess (2006-04-17 18:39:32)

Heiko Blank schrieb:
> Ich muß ihn dann wohl erstmal mähen, oder?
> Und dann sofort anschließend vertikutieren?
> Welche Einstellung (Tiefe) nimmt man da?

Mähen nicht kürzer als 5-6 cm, nicht länger als 10 cm.

> Wie langsam fährt man denn drüber und wie oft,
> nur einmal oder zweimal?

So oft, bis das Moos (das Du wahrscheinlich beseitigt haben willst)
draussen ist.

> Momentan regnet es ja fast jeden Tag etwas,
> wann ist der Rasen so weit abgetrocknet, dass
> man es machen kann?

Ja, ich weiß, es heißt immer man soll im Frühjar vertikutieren. Aber ich
würde eher sagen im Juli, wenn furztrocken ist.

> Wenn dann alle paar Jahre mal mit nem Rasenlüfter
> ein bisschen bearbeitet. De Boden ist aber ziemlich
> verdichtet.

Klar, bei ständiger Stickstoffdüngung ist das System ziemlich gestört.
Daher darf ruhig etwas organischer Dünger in die Wiese/den Rasen
eingearbeitet werden. Dann lockert sich auch der Boden wieder auf.

> Moos bekämpfe ich mit recht gutem Erfolg
> durch Eisendünger (ca. 2x /Jahr).

Sag ich doch: zuviel Stickstoff, zu wenig Bodenlebewesen!

Gruß

Tom

T0M Wess (2006-04-17 18:40:33)

> und die ist stellenweise wegen den Lage stark vermoost. Das stört mich
> aber nicht wirklich, vor allem in den Trockenperioden der letzten Jahre
> waren andere Gärten "ausgebrannt" und braun, bei uns gabs immerhin noch
> "blaßgrün" ;)

Und mähen muß man auch weniger :-)))

Gerhard Zahn (2006-04-17 22:02:09)

Am Mon, 17 Apr 2006 18:39:32 +0200 schrieb T0M Wess:

Hallo,

>> Wenn dann alle paar Jahre mal mit nem Rasenlüfter
>> ein bisschen bearbeitet. De Boden ist aber ziemlich
>> verdichtet.
>
>Klar, bei ständiger Stickstoffdüngung ist das System ziemlich gestört.

wo ist hier von "ständiger Stickstoffdüngung" die Rede?
Der OP schrieb nur etwas von Rasendünger und das ist immer noch ein
Volldünger, wenn auch sachgerechterweise stickstoffbetont.

>Daher darf ruhig etwas organischer Dünger in die Wiese/den Rasen
>eingearbeitet werden. Dann lockert sich auch der Boden wieder auf.

Aha. Organischer Dünger zum Bodenlockern.
Seltsame Theorie das. Aber halt Hauptsache organisch. :-)

>> Moos bekämpfe ich mit recht gutem Erfolg
>> durch Eisendünger (ca. 2x /Jahr).
>
>Sag ich doch: zuviel Stickstoff, zu wenig Bodenlebewesen!

Ha? Was hat Eisendünger mit Stickstoff zu tun?
Ist da Fe drinnen oder N?

Mit einem hast du allerdings Recht: ein "zuviel" ist immer schädlich,
von was auch immer. Nur bedeutet viel Stickstoff auch viel
Bodenlebewesen, die sogar zunächst mal einiges an Stickstoff binden.

Beste Grüße G e r h a r d

TOM Wess (2006-04-28 23:59:16)

>> Klar, bei ständiger Stickstoffdüngung ist das System ziemlich gestört.
>
> wo ist hier von "ständiger Stickstoffdüngung" die Rede?

"2 mal jährlich mit Rasendünger."

> Der OP schrieb nur etwas von Rasendünger und das ist immer noch ein
> Volldünger, wenn auch sachgerechterweise stickstoffbetont.

Schnell ausgestreut, schnell ausgewaschen

>> Daher darf ruhig etwas organischer Dünger in die Wiese/den Rasen
>> eingearbeitet werden. Dann lockert sich auch der Boden wieder auf.

> Aha. Organischer Dünger zum Bodenlockern.
> Seltsame Theorie das. Aber halt Hauptsache organisch. :-)

Ich bin kein dogmatischer Gegner von mineralischem DÜnger, denke aber,
daß organischer Dünger eher das Vorkommen von Mikroorganismen fördert
und so einem ausgeglichenem Boden dient. Für mich heißt das, bei akutem
Nährstoffmangel eine Gabe a la Blaukorn, zum längerfristigem Düngen eher
Hornspäne, Kompost oder Pferdemist.

> Ha? Was hat Eisendünger mit Stickstoff zu tun?
> Ist da Fe drinnen oder N?

Bei denen, die ich kenne: viel N, ein bißchen Fe.

> Mit einem hast du allerdings Recht: ein "zuviel" ist immer schädlich,
> von was auch immer. Nur bedeutet viel Stickstoff auch viel
> Bodenlebewesen, die sogar zunächst mal einiges an Stickstoff binden.

Ich bilde mir ein, festgestellt zu haben, daß da, wo aus früheren Zeiten
viel mineralischer Dünger aufgebracht wurde, deutlich weniger Lebewesen
(konkret: Regenwürmer) im Boden sind als da, wo der Vorbesitzer nie
gedüngt hat.

Gruß

Tom